Sobradinho dankt

Sobradinho dankt

Wahrscheinlich haben Sie es in der Presse oder im Fernsehen verfolgt, Brasilien hat einen neuen (alten) Präsidenten, Luiz Inacio Lula da Silva. Mit knapper Mehrheit hat er sich gegen den bisherigen Präsidenten Bolsonaro durchgesetzt. Damit wird sich besonders für die ärmere Bevölkerung vieles hoffentlich verbessern. Lula steht auf der Seite der Armen, wie er es in seiner ersten Amtszeit von 2003 bis 2010 bewiesen hat. Damals konnte er dank des Rohstoffbooms Millionen Menschen aus der Armut holen. Sein Nachfolger Bolsonaro hat die Gesellschaft gespalten und das Land isoliert. Lula will das Land versöhnen und wieder auf das internationale Parkett führen. Er will sich für Umweltschutz, Klimapolitik und Maßnahmen gegen den Hunger einsetzen. Eigentlich hätte Bolsonaro seinem Nachfolger am Tag der Amtseinführung die Präsidentenschärpe übergeben müssen, wie es Tradition in Brasilien ist. Er hatte sich aber in die USA in ein Resort des ehemaligen Präsidenten Trump abgesetzt. Kein guter Stil!
Allen, die im vergangenen Jahr für Sobradinho gespendet haben, sagen wir ein herzliches Dankeschön. Mit Sicherheit benötigt unsere Partnergemeinde weiterhin unsere Solidarität und Unterstützung. Wir halten den Kontakt und werden von Zeit zu Zeit über die Entwicklung informieren.
lhnen und lhren Familien alles Gute für 2023.
Für den AK Sobradinho
Ursula Mueser

Zum Tod von Sr. Angelica

Zum Tod von Sr. Angelica

Über unsere Partnergemeinde in Sobradinho haben wir erfahren, dass die Mitbegründerin unserer Partnerschaft Sr. Angelica, im Dezember 2022 im hohen Alter von über 90 Jahren verstorben ist. Noch bei dem Besuch unserer Arbeitsgruppe in Sobradinho im Jahr 2016 hat sie unsere Fahrten und Besuche begleitet, soweit es ihr die Kräfte erlaubten. Ihre Arbeit begann in Sobradinho, nachdem die Staumauer fertiggestellt war. Hilfe war sehr vonnöten, insbesondere für die Frauen mit ihren Kindern, die nach dem Weggang der Arbeiter dort allein und ohne Versorgung zurückblieben. Sr. Angelica war auch nach ihrem Weggang aus Sobradinho der Pfarrgemeinde São Francisco und den Projekten, die sie dort initiiert hatte wie den Kindergarten, die Casa Antonita für die jungen Mädchen, das Frauenhaus und die caritative Arbeit, weiter sehr verbunden. Über viele Jahre war es ihr möglich, die Projekte weiterhin finanziell aus dem Erbe ihrer Familie zu unterstützen. Wir haben sie als eine tiefgläubige Frau erleben dürfen, die mit unerschöpflicher Kraft umsetzte, was sie für notwendig erachtete, die Lebensfreude hatte und Menschen gewinnen konnte. Ihr Weggang zusammen mit dem Abschied der Schwestern aus Sobradinho, hinterließ eine große Lücke im Ort.
Einige haben Schwester Angelica mehrmals bei ihren Besuchen in Wachtendonk erleben dürfen und waren tief beeindruckt über ihr leidenschaftliches Engagement für die Ärmsten der Armen. Sie strahlte eine Ruhe und Zuversicht aus und eine Zugewandtheit, die auch alle Sprachbarrieren überwand. Mit der Familie Wies verband sie eine intensive Freundschaft.

Wir werden sie sehr vermissen.
AG Sobradinho

Besuch von Maria Oberhofer

Am Samstag, dem 10.09.22 besuchte uns Maria Oberhofer zusammen mit  José Moacir, dos Santos, dem Präsidenten von IRPAA (landwirtschaftliches Institut). Maria, ursprünglich aus Bayern, arbeitet seit vielen Jahren sehr engagiert und erfolgreich bei IRPAA in Juazeiro, einer Nachbarstadt von Sobradinho.

Bei einer guten Tasse Kaffee und frischem Apfel- und Pflaumenkuchen erfuhren wir aus erster Hand, wie die Lage in Brasilien zur Zeit ist. Maria konnte uns keine guten Nachrichten mitteilen. Das menschenverachtende Verhalten des Präsidenten Bolsonaro und seiner Regierung führt zu immer mehr Gewalt, brutalen Ermordungen und Folterungen. Ich zitiere ein Beispiel: Polizisten nahmen in Umbauba einen farbigen Mann fest, angeblich weil er keinen Sturzhelm trug und mit dem Motorrad unterwegs war. Sie fesselten ihn, steckten ihn in den Kofferraum des Polizeifahrzeugs und warfen eine Tränengasgranate in den Kofferraum. Der Mann erstickte qualvoll. In diesem und ähnlichen Fällen lobt Bolsonaro die Polizisten, denn „Ein toter Bandit ist ein guter Bandit.“

Ein anderes Beispiel: „Im Juni 2022 recherchierten zwei Journalisten und Naturschützer über Gewalt gegen indigene Völker und Schutz des Amazonasgebietes. Seit 5. Juni wurden beide vermisst. Am 16. Juni fand man ihre sterblichen Überreste in einem Fluss. Man konnte ihnen ansehen, dass den beiden Schreckliches angetan worden war. Sie hatten das Pech, dass den Regierenden ihre Tätigkeit nicht passte. Sie hatten sich über Erzabbau und Umweltprobleme informiert.

Ein anderes verheerendes Kapitel ist der Hunger. In den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl der Hungernden fast verdoppelt. Eine Studie hat ermittelt, dass 33,1 Millionen = 15,5 % der Bevölkerung hungern. 2020 waren es 19 Millionen = 9,1 % der Bevölkerung. Und das in einem reichen Land mit wertvollen Bodenschätzen und einem günstigen Klima. Gleichzeitig exportiert Brasilien Soja, Fleisch, Mais ....

Brasilien deckt die Tische der Welt und lässt seine eigene Bevölkerung verhungern. Präsident  Bolsonaro zeigt kein Interesse an dem Kampf gegen den Hunger.

Ausbeutung und Zerstörung der Schöpfung und Gewalt sind an der Tagesordnung.

Im Oktober 2022 haben die Präsidentschaftswahlen stattgefunden. Ex- Präsident Lula hat diese in der Stichwahl knapp vor dem jetzigen Präsidenten Bolsonaro gewonnen. Bei Redaktionsschluss (Stand November) hat Bolsonaro wohl die Rechtmäßigkeit der Wahl anerkann.  Aber Bolsonaro wird alles versuchen, an der Macht zu bleiben. Er hat früher schon angedroht, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen und sein Amt nicht niederzulegen. Kommt uns das nicht bekannt vor?

Es bleibt zu hoffen, daß es im Januar 2023 einen problemlosen Regierungswechsel geben wird.

Im Trockengebiet des Nord-Ostens (Caatinga) , und dazu gehören Sobradinho und Juazeiro, gibt es besondere Probleme. Zu jeder Siedlung gehört eine Gemeinschaftsweidefläche, wo tagsüber die Schafe und Ziegen der Kleinbauern grasen, bevor sie am Abend zum Melken in den Stall kommen. Nun sind ausgerechnet diese Flächen den Energieerzeugern ein Dorn im Auge . Auf diesen wichtigen Flächen wollen sie Windräder und Umspannstationen errichten, selbstverständlich ohne Entschädigung. Gegen den Widerstand der Landgemeinde wurde das Land gerodet und mit dem Bau begonnen. Auch wurde keine Rücksicht auf die vom Aussterben bedrohten blauen Araras, besonders schöne und große Papageien, genommen, die dort brüten.

In dem Zusammenhang sind auch die Treffen von Jugendlichen von Bedeutung. Dabei geht es nicht um Geselligkeit und Vergnügen, sondern um den Austausch über Organisation in den Landgemeinden und Übernahme von Führungsrollen. Dazu werden die aktuellen Probleme besprochen. Aber es gibt bei diesen Treffen auch praktische Themen,. z.B. Tierhaltung und Bienenzucht, die in der Caatinga weit verbreitet und sehr ertragreich ist.

Da Werner Wies, der Gründer unserer Partnerschaft, auch über seinen Tod hinaus

an Brasilien gedacht hat und zu Lebzeiten bestimmt hatte, dass die Spenden anlässlich seiner Beisetzung der Partnergemeinde Sobradinho und Juazeiro zugute kommen sollten, sind wir finanziell in der Lage, die Wünsche der Jugendlichen zu erfüllen. Wir werden also weiterhin Maria und einen Studenten (eine Studentin) unterstützen. Wir können eine große Produktionszisterne mit 52000 l und die Bienenzucht einer Gruppe finanzieren.

Selbstverständlich werden wir darüber unsere Partnergemeinde Sobradinho nicht vergessen. Alle Projekte bis auf die Unterstützung Maria Oberhofer und den Studenten liegen im Landkreis von Sobradinho.

Wir bleiben dran!

Ursula Mueser

Zum Tod von Werner Wies

Am 15. Juli 2022 ist Werner Wies im Alter von 94 Jahren gestorben. Er war ein ganz besonderer Mensch. Wir sind uns zwar sicher, dass er keinen Nachruf möchte, hoffen aber, dass er unseren Dank auf diesem Wege so akzeptieren wird. Werner Wies hat viele wichtige soziale Anliegen in der Kirchengemeinde St Michael Wachtendonk gesehen und mit Leben gefüllt. Die Arbeit in den Gremien der Kirchengemeinde und in vielen Arbeitskreisen sind hier zu nennen. Auch hat er in der Bitte des brasilianischen Bischofs Dom José Rodrigues die Notwendigkeit gesehen, die Menschen in der Stadt Sobradinho und in den umliegenden Landgemeinden von Wachtendonk aus zu unterstützen. So entstand 1991 unsere Partnerschaft – über 8200 Kilometer voneinander entfernt - aber immer auf Augenhöhe und mit dem Blick für das gerade Notwendige. Mit ganzer Kraft warb er für alle Projekte und suchte immer nach Lösungen und Unterstützung für die Menschen dort. Die Wertschätzung für ihn war bei unseren Besuchen in Brasilien und bei den Besuchen unserer brasilianischen Partnergruppe hier in Wachtendonk für alle immer sehr spürbar. Mit vielen verbanden ihn freundschaftliche Beziehungen. Werner Wies war für uns bis vor seinem Tod ein Ansprechpartner mit profundem und aktuellem Wissen, das wir immer in Anspruch nehmen durften. Sein großes vielfältiges Engagement und seine Initiativen werden weiter in unserer Pfarrei St. Marien spürbar sein.
Er wird uns allen fehlen.

AG Sobradinho

Auch aus Brasilien erreichten uns Briefe zum Tod von Werner Wies, die hier und hier zu finden sind.

Unsere Projekte in Brasilien

Bedingt durch Corona war auch die Kommunikation mit den Verantwortlichen in unserer Partnergemeinde zurückgefahren. Nun kommt alles langsam in Gang.
Seit Februar 2022 hat der Kindergarten in Sobradinho seine Arbeit wieder aufgenommen. Wegen der rasant steigenden Preise ist es für Marta, die Leiterin des Kindergartens, schwierig, das Geld für die Mindestmahlzeiten der Kinder aufzutreiben. Auch die Lage der armen Familien wird immer dramatischer. Marta wartet auf Spendengelder, um den Familien helfen zu können.

Bei unseren Besuchen in Brasilien haben wir uns jeweils auch eingehend über die Arbeit der IRPAA (landwirtschaftliches Institut) informiert. Eine verantwortliche Leiterin ist Maria Oberhofer, ursprünglich aus Bayern. In einem Brief vom 07.04.2022 teilte sie uns ihre Wünsche mit.
Wegen der äußerst geringen Niederschläge benötigen sie eine Regenwasserzisterne mit einem Fassungsvermögen von 52000 Litern. Dann können sie Gemüse wie Tomaten, Karotten, Auberginen und Salat anbauen und bewässern. Eine solch große Produktionszisterne kostet ca. 3950 Euro. Diesen Bau werden wir finanzieren.( siehe Fotos)

Wir hatten uns schon vor längerer Zeit auch bereit erklärt, wieder die Studiengebühren für einen Studenten/eine Studentin für zwei Jahre zu übernehmen, da wir eine gute Ausbildung, die einem ganzen Dorf zu Gute kommt, für wichtig halten. Der Gesamtbetrag für zwei Jahre beträgt für Studium und Unterkunft ca. 4215 Euro.

Auch würden die Studenten/innen gerne Bienen halten und den Honig verkaufen oder 20 Hühnern samt Hühnerstall anschaffen. Beide Projekte  kosten jeweils etwa 2000 Euro.

Es gilt also: weiter spenden, um den Menschen in Brasilien zu helfen. Es ist gut angelegtes Geld.

Für die AG Sobradinho

Ursula Mueser

 

Die Bilder zeigen das Entstehen einer Produktionszisterne, wie wir sie finanzieren.

 

15.05.2022 Messe gestaltet von der AG Sobradinho

Die AG Sobradinho gestaltet am 15. Mai die beiden Messen um 9 Uhr und um 11Uhr in der St.-Michael -Kirche. Wir möchten dabei auch wieder über die aktuelle Situation in unserer Partnergemeinde informieren. Sicher gibt es nach den Messen auch eine Möglichkeit auf dem Kirchplatz näher miteinander ins Gespräch zu kommen. Petrus wird uns hoffentlich mit sonnigem Frühjahrswetter unterstützen.

AG Sobradinho

Margret Herzog

30.05.2021 Schaut hin! Packt an!

„Schaut hin!“  Ein Aufruf an uns alle. Schauen ist mehr als sehen. Schauen übernimmt Verantwortung.
Gemeinsam mit dem JLK 4.0 gestaltete der Arbeitskreis Sobradinho die diesjährige Messe zum Sobradinho-Sonntag, textlich und musikalisch. Spannend waren die Sichtweisen beider Gruppen auf die beiden Länder Brasilien und Deutschland in der Pandemie, insbesondere auch mit dem Blick auf unsere Partnerprojekte dort. (Dass der JLK anpacken kann, hatten die Jugendlichen am 15.Mai mit der Fahrradputzaktion bewiesen. Jedes Partnerprojekt von St. Marien erhielt 240 €.)  

Wir glauben an Gott, allmächtig und liebevoll. 
Von Gott her und auf Gott hin ist alles, sind wir. 
Wir schauen auf unser Leben, diese Welt und auf Gott. 
Reich sind wir und arm zugleich. Kräftig und schwach, grausam und gut. 
Wir glauben, dass Gott all das sieht. Den Blick nicht abwendet von uns und unserer Welt. 
Gottes Blick ist liebevoll. Wo Gott hinschaut, wird das Leben versöhnt und erlöst. 
Wir glauben, dass Gott uns hilft, unsere Augen nicht zu verschließen. Nicht vor Schönem und nicht vor Schwerem. 
Wo Gott uns sieht, können wir selber auf uns und andere mit Liebe hinschauen. 
Wir vertrauen darauf, dass die Welt sich verwandelt, wo wir sie mit Gottes Augen sehen. 
Durch uns und mit uns, von Gott her und auf Gott hin. 
Amen.    (Credo-Text aus der Messe)

30.05.2021 Suppentütenaktion

Parallel lief an diesem Wochenende auch die Suppentütenaktion der AG Sobradinho mit dem „Eine- Welt-Laden“. Der Erlös war für die Unterstützung eines Studenten der landwirtschaftlichen Hochschule in Juazeiro bestimmt. 112 Tüten mit Zutaten für eine tropische Tomatensuppe fanden den Weg in Wachtendonk’s, Wankum’s, Herongen’s Küchen und noch weiter darüber hinaus. An vielen Orten wurde gemeinsam gespeist. Die Bilder bezeugen, wie gut es allen geschmeckt hat.

Allen großzügigen Unterstützer*innen ein herzliches Dankeschön. Besonders erwähnen möchten wir die großzügige Spende des Schniedershofes in Wachtendonk, der ein Großteil der Lebensmittel spendete und die Kinder des St. Marien-Kindergartens, die mit viel Liebe zu der Gestaltung der Tüten beigetragen haben und die Brasilien-Karte farblich gestalteten, ein echter Hingucker.
Für die AG Sobradinho
Margret Herzog

 

Partnerschaft "Sobradinho"

Seit mehr als 25 Jahren besteht zwischen der Pfarrei Sankt Franziskus in Sobradinho im Nordosten Brasiliens und Pfarrgemeinde St. Michael in Wachtendonk eine Partnerschaft. Viele fragen sich, ist es notwendig, Partnerschaften in einem Schwellenland zu unterhalten. Brasilien hat doch die Olympiade und die Fußballweltmeisterschaft ausgerichtet. Es ist doch ein reiches Land. Vordergründig kann man das vielleicht so sehen. Aber es leben im Nordestino, im Nordosten Brasiliens, immer noch viele Menschen in großer Armut, fürchten um ihre Lebensgrundlagen und sind von Gewalt bedroht. Der Fortschritt geht weitestgehend an ihnen vorüber. Gerade die neue politische Situation lässt befürchten, dass es kaum Hoffnung auf Verbesserung der Situation der Menschen geben wird, im Gegenteil. In dieser extremen Dürrezone, in der es seit Jahren kaum geregnet hat, liegt auch unsere Partnergemeinde Sobradinho. Wir unterstützen die Menschen dort auf vielfältige Weise von Zisternenbau über soziale Projekte in Krisensituationen bis zur Unterstützung der Efas-Schule mit Lehrmaterial. Die Hilfe für die Menschen im Raum Sobradinho bleibt genauso notwendig wie zu Beginn unserer Partnerschaft.
Im angehängten Flyer finden Sie weitere detaillierte Informationen zu unserer Partnergemeinde und die Arbeit vor Ort. Gerne stehen die Mitglieder des Arbeitskreises auch für ein Gespräch zur Verfügung.
Für den Förderkreis Partnerschaft Wachtendonk-Sobradinho

Margret Herzog

Dank aus Sobradinho

Wachtendonk. Seit fast 20 Jahren habe ich jeweils vor Weihnachten einen Dankesbrief an die Freunde von Sobradinho gerichtet, die in dem letzten Jahr eine Spende überwiesen hatten. Aus Gründen des Datenschutzes ist das leider nicht mehr erlaubt. Ich wende mich daher auf diesem Wege vor allem an die Spender.

Die Lage in Brasilien hat sich im letzten Jahr dramatisch verschlechtert. Daran schuld ist vor allem der Präsident Bolsonaro. Er entzieht den Armen lebensnotwendige Güter wie Nahrung, Gesundheit, Wohnraum, Bildung.... Immer wieder werden Landlosensiedlungen mit brutaler Gewalt von der Polizei überfallen und zerstört, so geschehen am 13. August 2020. Die Polizei verbot Krankenwagen, Ärzten und Journalisten jegliche Zufahrt. Durch seine Aktionen nimmt der Präsident in Kauf, dass die Gemeinschaften  der Kleinbauern und der indigenen Völker dezimiert werden. Oder ist das seine Absicht?

Der Kindergarten unter Leitung von Marta bemüht sich, die Lebensmittelversorgung der Kinder und deren Familien sicherzustellen. Dazu reicht das Geld der Präfektur nicht aus. Marta muss Spenden aus der Gemeinde dazu nehmen.

Nun kam im Jahre  2020 Corona hinzu. Das öffentliche Leben der Kirchen und Schulen ist stark eingeschränkt. Padre Ibis und Marta sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung aus Wachtendonk und für unsere Solidarität. Mit dem Geld können sie manche Lücke stopfen und die Lebensqualität vieler Menschen verbessern.

Es gibt aber auch etwas Erfreuliches aus Sobradinho zu berichten. Nach sieben Dürrejahren hat es im Frühjahr endlich wieder ausreichend geregnet. Die Zisternen sind gefüllt und sichern das Trinkwasser für die folgenden acht Trockenmonate. Auch der Rio São Francisco , die Lebensader der Region, führt wieder annähernd den normalen Wasserstand. Es fehlen aber noch      330 000 Zisternen im Nordosten.

Da die Regierung Bolsonaros das Förderprogramm eingestellt hat, sitzen trotz der Regenmenge noch viele Menschen auf dem Trockenen. Es gibt also noch viel zu tun!

Liebe Freunde von Sobradinho, ganz herzlichen Dank für Ihre Spende und Ihr Interesse an unserer Partnergemeinde. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr vor allem Gesundheit und Zufriedenheit.

Für den Sobradinho – Kreis:

Ursula Mueser

 

Einführung des neuen Pfarrers in unserer Partnergemeinde Sobradinho

In Sobradinho haben die Menschen Glück gehabt.

Ihr Pfarrer, der selbstherrliche Kleriker Valmir Colombo, wurde versetzt. An seine Stelle trat der aufgeschlossene Seelsorger Padre Íbis Cassio.

Unsere Mittelsleute in Sobradinho berichteten: „Padre Íbis ist sehr aufgeschlossen, er geht auf die Menschen zu und interessiert sich für sie. Die Menschen mögen ihn“.

Hier oben sehen Sie  die Anzeige seiner Einführung.                    

Übersetzung:

Einführung von Padre Íbis Cassio

am 26. Januar um 19.30 in der Kirche des Ortsteils „St. Joachim“ der Pfarrgemeinde „St. Franziskus von  Assisi“ in Sobradinho/Bundesstaat Bahia.

Wahlspruch:

„Gott hat mich berufen, seine Liebe den Armen zu bringen, Gefangene zu besuchen, den Blinden das Licht zu bringen und Misshandelte zu erlösen“.   Lukas 4,18

 

Padre Íbis übernimmt eine schwere Aufgabe. Einerseits ist er den allgegenwärtigen Problemen ausgesetzt, die der neue Staatspräsidenten Jair Messias Bolsonaro verursacht. Dieser setzt jegliche soziale Tätigkeit mit Kommunismus gleich und bekämpft so alle sozialen Initiativen. Andererseits ist die kath. Kirche umzingelt von Freunden des Staatspräsidenten, den reichen Sekten, die zu allererst an ihren Reichtum denken. Ihre „Gläubigen“ bekommen zu hören: „Wenn du noch nicht glücklich bist, hast du Gott noch zu wenig gespendet“ - (dem Sektenführer noch kein eigenes Flugzeug, keine Residenz oder keinen eigenen Fernsehsender zur Verkündigung seiner Botschaften ermöglicht).

Das bedeutet für viele Menschen den Ruin, aber es schmälert dennoch nicht den Zulauf zu den Sekten.

 

Wir wünschen Pfarrer Íbis bei der Leitung seiner Pfarrei eine glückliche Hand und dass er seinen Wahlspruch nie vergisst.

W. Wies

 

Neuer Pfarrer in unserer Partnergemeinde Sobradinho

Ein neues Gesicht in Sobradinho 

Wie in Deutschland werden auch in Brasilien Pfarrer in neue Pfarreien versetzt. Nach dem Weggang von Padre Valmir zu Beginn des Jahres ist seit dem 26.1.2020 Padre Íbis Cassius der neue Pfarrer der Pfarrgemeinde São Francisco in Sobradinho.   Wir heißen ihn herzlich willkommen und wünschen ihm Gottes reichen Segen für seine Arbeit. Padre Ibis hat bereits Kontakt zum Förderkreis aufgenommen und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.Das Bild zeigt von Padre Ibis bei seiner Predigt. Rechts von ihm ein auch für uns vertrautes Gesicht. Es ist Padre João, den einige sicher noch von seinen Besuchen in Wachtendonk kennen.

AG Sobradinho

Margret Herzog

Eine Preisverleihung bestätigt unsere Entscheidung

In der vergangenen Novemberausgabe der „Brücke“ haben wir über den Besuch der brasilianischen Entwicklungshelferin Maria Oberhofer im Juni/Juli berichtet. Sie war der Einladung unseres „Förderkreises für die Partnerschaft Wachtendonk-Sobradinho“ gefolgt. Wir wollten uns als Förderkreis authentisch berichten lassen wie es nach der Amtseinführung des neuen Staatspräsidenten Bolsonaro um die Situation in unserer Partnergemeinde Sobradinho, als Teil der brasilianischen Gesellschaff, bestellt ist. Das Ergebnis: Es war verheerender als wir annahmen.

Die unter dem Schutz der Verfassung stehenden 26 „Traditionellen Gemeinschaften“, die Ureinwohner Brasiliens: (Indigene Völker, Nusssammler, Kleinbauern, Fischer, usw.) wurden rechtlos gemacht. Diejenigen im Parlament, als Anhänger des brasilianischen Präsidenten, die die verfassungsändernde Mehrheit haben, lösen rigoros alle Verfassungsrechte zum Schutz der „Traditionellen Gemeinschaften“ auf. So bringen sie den Amazonasregenwald, Naturschutzgebiete, neuerdings sogar das weltbekannte Naturschutzgebiet Pantanal sowie ganze Dörfer unter ihre Kontrolle, um diese Flächen gewinnbringend für Soja-, Palmöl-, Zuckerrohranbau und den Bergbau zu nutzen. Der wichtige Beitrag der brasilianischen Natur für das Weltklima wird immer schwächer.

Die Etats für Bildung, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Gesundheit und andere Sozialleistungen wurden rigoros zusammengestrichen.

Auf den Straßen Brasiliens wird wieder gebettelt.

Das ist die Ausgangssituation in der die Entwicklungshelferin Maria Oberhofer versucht, der Traditionellen Gemeinschaft der Kleinbauern in der Region um Sobradinho den Rücken zu stärken, also auch rechtlich. Diese Arbeit, die Frau Oberhofer als Mitglied einer kirchlichen, brasilianischen Hilfsorganisation leistet, wird immer gefährlicher, weil Präsident Bolsonaro keine sozial aufbauenden Tätigkeiten duldet. Für ihn sind da Kommunisten am Werk, die er gnadenlos bekämpft. Wir haben uns entschieden, soweit es möglich ist, einen unterstützenden finanziellen Beitrag für die Arbeit von Frau Oberhofer zu leisten.

Ein halbes Jahr nach dieser unserer Entscheidung haben wir die Bestätigung dafür erhalten, dass die Unterstützung richtig war, denn Frau Oberhofer hat für ihren Einsatz, besonders für die gefährdeten Kleinbauern, auch in der Region Sobradinho, den ersten Engagementpreis der Organisation AGIOMONDO (agieren – weltweit) erhalten. Es handelt sich um eine Organisation in Köln, die mehr als hundert Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer der kirchlichen Hilfswerke (Misereor, Adveniat, Caritas International usw.) betreut. Wir sind stolz darauf, dass AGIOMONDO das Engagement von Frau Oberhofer ebenso einschätzt wie wir und ihr unter den vielen Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern den ersten Preis zugesprochen hat. Es ist ein symbolischer Preis, weil AGIOMONDO nur einen Verwaltungsetat hat. Der Preis stellt eine Königsfigur dar, mit nur einem Arm. Der Künstler, der in Eiche aus Abrissholz schnitzt, will zum Ausdruck bringen: die Königswürde gehört den Armen und Leidenden, die ihr Leben unter dem Druck von Politik und Gesellschaft fristen müssen.

Die Jury begründete die Auswahl für die Verleihung des Preises unter drei Nominierten so: „In der Arbeit von Frau Oberhofer wird die Verbindung der sozialen, politischen und ökologischen Dimension im Sinne von ‚Laudato Si (Enzyklika von Papst Franziskus)‘ besonders deutlich, ebenso ihre respektvolle Haltung mit der sie den Menschen in der Dürrezone des brasilianischen Nordostens begegnet.“

Den Engagementpreis überreichte Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für weltkirchliche Entwicklungshilfe (siehe Foto).

In seiner sehr persönlich gehaltenen Laudatio bei der Überreichung des Preises würdigte er „die Hingabe, die Fachlichkeit, die Solidarität und die Spiritualität, mit der sich Frau Oberhofer in den Dienst für eine ganzheitliche Entwicklung der kleinbäuerlichen Familien im Nordosten Brasiliens in den Dienst nehmen lasse.“ Bischof Schick unterstrich: „Ihre Arbeit ist ein Beispiel dafür, was durch Zuwendung zu den Menschen und Demut vor der Natur, bewirkt werden kann.“

Die finanzielle Unterstützung der Arbeit von Maria Oberhofer bringt uns an den Rand unserer finanziellen Möglichkeiten. Wir hoffen auf die großzügige Unterstützung durch die wache Bevölkerung. Den Einfluss unserer Lebensform auf die Situation in Brasilien haben wir bereits in der Ausgabe November vergangenen Jahres deutlich gemacht.

W. Wies