Sobradinho

Partnerschaft "Sobradinho"

Seit mehr als 25 Jahren besteht zwischen der Pfarrei Sankt Franziskus in Sobradinho im Nordosten Brasiliens und Pfarrgemeinde St. Michael in Wachtendonk eine Partnerschaft. Viele fragen sich, ist es notwendig, Partnerschaften in einem Schwellenland zu unterhalten. Brasilien hat doch die Olympiade und die Fußballweltmeisterschaft ausgerichtet. Es ist doch ein reiches Land. Vordergründig kann man das vielleicht so sehen. Aber es leben im Nordestino, im Nordosten Brasiliens, immer noch viele Menschen in großer Armut, fürchten um ihre Lebensgrundlagen und sind von Gewalt bedroht. Der Fortschritt geht weitestgehend an ihnen vorüber. Gerade die neue politische Situation lässt befürchten, dass es kaum Hoffnung auf Verbesserung der Situation der Menschen geben wird, im Gegenteil. In dieser extremen Dürrezone, in der es seit Jahren kaum geregnet hat, liegt auch unsere Partnergemeinde Sobradinho. Wir unterstützen die Menschen dort auf vielfältige Weise von Zisternenbau über soziale Projekte in Krisensituationen bis zur Unterstützung der Efas-Schule mit Lehrmaterial. Die Hilfe für die Menschen im Raum Sobradinho bleibt genauso notwendig wie zu Beginn unserer Partnerschaft.
Im angehängten Flyer finden Sie weitere detaillierte Informationen zu unserer Partnergemeinde und die Arbeit vor Ort. Gerne stehen die Mitglieder des Arbeitskreises auch für ein Gespräch zur Verfügung.
Für den Förderkreis Partnerschaft Wachtendonk-Sobradinho

Margret Herzog

Einführung des neuen Pfarrers in unserer Partnergemeinde Sobradinho

In Sobradinho haben die Menschen Glück gehabt.

Ihr Pfarrer, der selbstherrliche Kleriker Valmir Colombo, wurde versetzt. An seine Stelle trat der aufgeschlossene Seelsorger Padre Íbis Cassio.

Unsere Mittelsleute in Sobradinho berichteten: „Padre Íbis ist sehr aufgeschlossen, er geht auf die Menschen zu und interessiert sich für sie. Die Menschen mögen ihn“.

Hier oben sehen Sie  die Anzeige seiner Einführung.                    

Übersetzung:

Einführung von Padre Íbis Cassio

am 26. Januar um 19.30 in der Kirche des Ortsteils „St. Joachim“ der Pfarrgemeinde „St. Franziskus von  Assisi“ in Sobradinho/Bundesstaat Bahia.

Wahlspruch:

„Gott hat mich berufen, seine Liebe den Armen zu bringen, Gefangene zu besuchen, den Blinden das Licht zu bringen und Misshandelte zu erlösen“.   Lukas 4,18

 

Padre Íbis übernimmt eine schwere Aufgabe. Einerseits ist er den allgegenwärtigen Problemen ausgesetzt, die der neue Staatspräsidenten Jair Messias Bolsonaro verursacht. Dieser setzt jegliche soziale Tätigkeit mit Kommunismus gleich und bekämpft so alle sozialen Initiativen. Andererseits ist die kath. Kirche umzingelt von Freunden des Staatspräsidenten, den reichen Sekten, die zu allererst an ihren Reichtum denken. Ihre „Gläubigen“ bekommen zu hören: „Wenn du noch nicht glücklich bist, hast du Gott noch zu wenig gespendet“ - (dem Sektenführer noch kein eigenes Flugzeug, keine Residenz oder keinen eigenen Fernsehsender zur Verkündigung seiner Botschaften ermöglicht).

Das bedeutet für viele Menschen den Ruin, aber es schmälert dennoch nicht den Zulauf zu den Sekten.

 

Wir wünschen Pfarrer Íbis bei der Leitung seiner Pfarrei eine glückliche Hand und dass er seinen Wahlspruch nie vergisst.

W. Wies

 

Neuer Pfarrer in unserer Partnergemeinde Sobradinho

Ein neues Gesicht in Sobradinho 

Wie in Deutschland werden auch in Brasilien Pfarrer in neue Pfarreien versetzt. Nach dem Weggang von Padre Valmir zu Beginn des Jahres ist seit dem 26.1.2020 Padre Íbis Cassius der neue Pfarrer der Pfarrgemeinde São Francisco in Sobradinho.   Wir heißen ihn herzlich willkommen und wünschen ihm Gottes reichen Segen für seine Arbeit. Padre Ibis hat bereits Kontakt zum Förderkreis aufgenommen und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.Das Bild zeigt von Padre Ibis bei seiner Predigt. Rechts von ihm ein auch für uns vertrautes Gesicht. Es ist Padre João, den einige sicher noch von seinen Besuchen in Wachtendonk kennen.

AG Sobradinho

Margret Herzog

Eine Preisverleihung bestätigt unsere Entscheidung

In der vergangenen Novemberausgabe der „Brücke“ haben wir über den Besuch der brasilianischen Entwicklungshelferin Maria Oberhofer im Juni/Juli berichtet. Sie war der Einladung unseres „Förderkreises für die Partnerschaft Wachtendonk-Sobradinho“ gefolgt. Wir wollten uns als Förderkreis authentisch berichten lassen wie es nach der Amtseinführung des neuen Staatspräsidenten Bolsonaro um die Situation in unserer Partnergemeinde Sobradinho, als Teil der brasilianischen Gesellschaff, bestellt ist. Das Ergebnis: Es war verheerender als wir annahmen.

Die unter dem Schutz der Verfassung stehenden 26 „Traditionellen Gemeinschaften“, die Ureinwohner Brasiliens: (Indigene Völker, Nusssammler, Kleinbauern, Fischer, usw.) wurden rechtlos gemacht. Diejenigen im Parlament, als Anhänger des brasilianischen Präsidenten, die die verfassungsändernde Mehrheit haben, lösen rigoros alle Verfassungsrechte zum Schutz der „Traditionellen Gemeinschaften“ auf. So bringen sie den Amazonasregenwald, Naturschutzgebiete, neuerdings sogar das weltbekannte Naturschutzgebiet Pantanal sowie ganze Dörfer unter ihre Kontrolle, um diese Flächen gewinnbringend für Soja-, Palmöl-, Zuckerrohranbau und den Bergbau zu nutzen. Der wichtige Beitrag der brasilianischen Natur für das Weltklima wird immer schwächer.

Die Etats für Bildung, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Gesundheit und andere Sozialleistungen wurden rigoros zusammengestrichen.

Auf den Straßen Brasiliens wird wieder gebettelt.

Das ist die Ausgangssituation in der die Entwicklungshelferin Maria Oberhofer versucht, der Traditionellen Gemeinschaft der Kleinbauern in der Region um Sobradinho den Rücken zu stärken, also auch rechtlich. Diese Arbeit, die Frau Oberhofer als Mitglied einer kirchlichen, brasilianischen Hilfsorganisation leistet, wird immer gefährlicher, weil Präsident Bolsonaro keine sozial aufbauenden Tätigkeiten duldet. Für ihn sind da Kommunisten am Werk, die er gnadenlos bekämpft. Wir haben uns entschieden, soweit es möglich ist, einen unterstützenden finanziellen Beitrag für die Arbeit von Frau Oberhofer zu leisten.

Ein halbes Jahr nach dieser unserer Entscheidung haben wir die Bestätigung dafür erhalten, dass die Unterstützung richtig war, denn Frau Oberhofer hat für ihren Einsatz, besonders für die gefährdeten Kleinbauern, auch in der Region Sobradinho, den ersten Engagementpreis der Organisation AGIOMONDO (agieren – weltweit) erhalten. Es handelt sich um eine Organisation in Köln, die mehr als hundert Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer der kirchlichen Hilfswerke (Misereor, Adveniat, Caritas International usw.) betreut. Wir sind stolz darauf, dass AGIOMONDO das Engagement von Frau Oberhofer ebenso einschätzt wie wir und ihr unter den vielen Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern den ersten Preis zugesprochen hat. Es ist ein symbolischer Preis, weil AGIOMONDO nur einen Verwaltungsetat hat. Der Preis stellt eine Königsfigur dar, mit nur einem Arm. Der Künstler, der in Eiche aus Abrissholz schnitzt, will zum Ausdruck bringen: die Königswürde gehört den Armen und Leidenden, die ihr Leben unter dem Druck von Politik und Gesellschaft fristen müssen.

Die Jury begründete die Auswahl für die Verleihung des Preises unter drei Nominierten so: „In der Arbeit von Frau Oberhofer wird die Verbindung der sozialen, politischen und ökologischen Dimension im Sinne von ‚Laudato Si (Enzyklika von Papst Franziskus)‘ besonders deutlich, ebenso ihre respektvolle Haltung mit der sie den Menschen in der Dürrezone des brasilianischen Nordostens begegnet.“

Den Engagementpreis überreichte Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für weltkirchliche Entwicklungshilfe (siehe Foto).

In seiner sehr persönlich gehaltenen Laudatio bei der Überreichung des Preises würdigte er „die Hingabe, die Fachlichkeit, die Solidarität und die Spiritualität, mit der sich Frau Oberhofer in den Dienst für eine ganzheitliche Entwicklung der kleinbäuerlichen Familien im Nordosten Brasiliens in den Dienst nehmen lasse.“ Bischof Schick unterstrich: „Ihre Arbeit ist ein Beispiel dafür, was durch Zuwendung zu den Menschen und Demut vor der Natur, bewirkt werden kann.“

Die finanzielle Unterstützung der Arbeit von Maria Oberhofer bringt uns an den Rand unserer finanziellen Möglichkeiten. Wir hoffen auf die großzügige Unterstützung durch die wache Bevölkerung. Den Einfluss unserer Lebensform auf die Situation in Brasilien haben wir bereits in der Ausgabe November vergangenen Jahres deutlich gemacht.

W. Wies