Gemeindeleben

Jugend-Fahrradwallfahrt nach Kevelaer #ichbindawodubist

St. Marien. Am 20. September haben wir uns mit einer großen Gruppe von 39 Firmlingen, JLK'lern und Begleitern per Fahrrad auf den Weg nach Kevelaer gemacht. Nach drei Stationen unterwegs, bei denen wir uns in kurzen Impulstexten dem Wallfahrtsmotto "Ich bin da, wo Du bist" angenähert haben, und der Ankunft in Kevelaer haben wir mit der ganzen Pilgergemeinde einen Gottesdienst im Pax-Christi-Forum gefeiert, der vom JLK musikalisch mitgestaltet wurde. Nach einer Mittagspause ging es dann auf den ebenfalls vom JLK vorbereiteten Kreuzweg für die Jugendgruppe.

 

Alle sind wohlbehalten und mit vielen neuen Eindrücken zuhause angekommen - eine gelungene Wallfahrt. Gott sei Dank.

 Mehr Fotos auf der JLK-Homepage:  www. jlk-wachtendonk.de.

Klaus Minten

05.09.20 Instawalk durch unsere Kirchen #thefathershouse

Am Samstag, 5. September, waren insgesamt 43 Firmbewerber in unseren Kirchen zu einem Instawalk unterwegs, einer „Kirchenraumerkundung im Instagram-Zeitalter“. Nach einer kurzen Einführung durch Pastor Stücker haben wir unter der Überschrift „The Father’s House“ darüber nachgedacht, welche Empfindungen der Aufenthalt in der Kirche in uns auslöst, und wo die Besonderheit eines Kirchengebäudes liegt, aber auch welche Zusagen an uns wir dort erspüren können. Anschließend ging es dann mit der Handykamera auf die Suche nach ungewohnten Perspektiven in der Kirche. Ein paar Eindrücke dazu vermitteln die beigefügten Bilder. Mehr Fotos gibt es auf der Homepage des JLK unter www.jlk-wachtendonk.de zu sehen.

Klaus Minten

Heringa kreativ

Auch der Heringa Frauenchor in Herongen hat die Chorproben in Zeiten des Corona-Lockdowns sehr vermisst.  Sie wollten aber nicht untätig bleiben und ihre Kreativität in einer selbst gefertigten Patchworkdecke zum Ausdruck bringen.  Jede Sängerin, sowie auch der Chorleiter bearbeitete für sich eines der Leinenstücke, die dann von geschickten Näherinnen zu einer Decke zusammengenäht wurden, in Erinnerung daran, dass sie auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten, sich verbunden fühlen und die Hoffnung nie aufgeben.

8.06. 2020 Geburtstag der Kirche in Corona-Zeiten

Herongen. 55 Personen in verschiedenen Konstellationen kamen zum Freiluftgottesdienst am Pfingstmontag auf die Wiese am ehemaligen Pfarrhaus in Herongen. Fähnchen zeigten den Gruppen und Personen ihren „Claim“, der den vorgeschriebenen Abstand zu den anderen Gottesdienstteilnehmern aufwies.

So konnte die Gemeinde den „Geburtstag der Kirche“ mit einem Happy Birthday und Muffins feiern.

Natürlich kamen auch die biblische Pfingstgeschichte und Gebete vor. Auf dem Bild sind „Fürbitt – Jets“ zu sehen. So brauchten nicht mehrere Personen an ein Mikro. Alle schrieben auf Blättern ihre persönlichen Bitten, die dann zum Kreuz bzw. Himmel geschickt wurden.

Passend zu diesem Gottesdienst auf der Wiese gab es ein Lied von Pusteblume – Löwenzahn.  Wie diese Pflanze auch unter härtesten Bedingungen und zwischen Steinen wachsen kann, so soll auch mit der Hilfe des Geistes Gottes die Botschaft Jesu überall aufkeimen und steinige Flächen aufbrechen.

Die Kollekte beim Picknick – Deckengottesdienst für die Hilfsaktion von Caritas International Zugunsten der Flut – und Coronaopfer in Bangladesch in Folge des Zyklons ergaben 218,82 Euro. Vielen Dank an alle Spender.

Frank Ingendae

7.06. 2020 Der (Picknick-) Decken Wort-Gottesdienst - Speisung der 5000

Wachtendonk. Anfang Mai – die Schulen waren noch geschlossen – sollte der nächste Familiengottesdienst für Juni vorbereitet werden.

Wie sollten wir in dieser Zeit Freude und lebendige Gemeinschaft mit Jesus feiern? Die Kirchen waren unter strengen Auflagen wieder geöffnet, aber würden die Familien unserem Aufruf folgen? Dem Kinderchor war es nicht gestattet einen Gottesdienst in der Kirche musikalisch mitzugestalten. Sollten wir den Familiengottesdienst ausfallen lassen?

In diese Ratlosigkeit  hinein regte Frank Ingendae  einen Gottesdienst unter freiem Himmel an. Die Idee war, dass jede Familie auf einer eigens mitgebrachten Decke, im Mindestabstand zur nächsten Familie(ndecke), auf einer großen Wiese sitzen könnte. Die Tatsache, dass Frank sich bereit erklärte, sich um das Hygienekonzept und die Abstimmung mit dem Ordnungsamt zu kümmern, überzeugte uns sofort. Voller Tatendrang ging es am selben Abend schon an die konkrete Planung, so entschieden wir uns ziemlich schnell für das Thema ‚Die Speisung der 5000‘. Viele kennen diese Geschichte: Jesus hatte viele Menschen um sich versammelt. Als Essenszeit war, dankte er Gott und teilte dann die vorhandenen fünf Brote und zwei Fische, sodass am Ende alle satt wurden und noch 12 Körbe übrig blieben. Eine für Kinder begreifbare Geschichte und passend zur Örtlichkeit, so fanden wir. Ebenso fanden die Leiter des Kinderchores ohne Zögern unsere Idee gut und so hatten wir mit ihnen und den Kindern aus dem Kinderchor die musikalische Unterstützung sicher.

In der Kürze der Zeit musste noch schnell Werbung organisiert werden, …digitale…  . Bestimmt haben wir nicht alle Familien erreichen können, dafür bitten wir um Verständnis.

Der Tag kam, die Regenwolken zogen vorüber und so konnten wir bei Sonnenschein einen ganz besonderen Wortgottesdienst feiern.

So wie alle auf der Wiese gesungen haben „Einer hat uns angesteckt“, wurden wir angesteckt und – so wirkte es jedenfalls – viele Menschen, ob Kinder oder Erwachsene, die ihren Glauben leben. Denn es kamen – ein bisschen wie damals zu Lebzeiten Jesu - mehr Menschen, als sich vorher per Email angemeldet hatten. Doch dank der großen Wiese war das Abstandhalten möglich und alle durften mit uns Jesu Wort feiern. Schon in der Luft war zu spüren, dass alle eine riesengroße Sehnsucht danach hatten, einen Hauch von Normalität leben zu dürfen, gemeinsam aus der Bibel eine Geschichte hören, dazu beten und singen zu dürfen.

Die vorbestellten Baguettes ‚mussten‘ aufgrund der großen Teilnehmerzahl erst einmal geteilt werden … Spätestens  da wurde aus der Sehnsucht nach gemeinsamem Gottesdienst eine innere Freude, fast ein kleines Wunder wie damals, denn es wurden alle satt. Und als wir das, was übrig geblieben war, einsammelten, konnten wir 12 Körbe voll füllen mit:

Dankbarkeit gilt den vielen Akteure, angefangen vom Ideengeber und Zelebranten Frank Ingendae, über die Technik von Tim Ophey, die Leiter und Sänger/innen des Kinderchores, Familie Waerdt, auf deren Wiese wir waren, die Kinder, die vorgelesen und –gespielt haben, …

Freude über das Beten zu Gott‚ direkt in den Himmel‘ und das Singen,

Erkenntnis, dass Teilen alle satt und froh machen kann,

zahlreichen Gesprächen direkt nachdem Gottesdienst und noch Wochen danach in den Familien,

Begeisterung über die große Gemeinschaft, denn es hatten sich etwa 40 Familien versammelt,

Der Erfahrung, dass auch Situationen, in denen nichts möglich scheint, Chancen bieten neue Wege zu gehen.

Für das Familien-Gottesdienst-Team:

Silvia Schmitt und Birgit Born

10.05.2020 Autogottesdienst

Auch in Corona-Zeiten gab es in unserer Gemeinde echte Höhepunkte zu erleben. Ein solches Highlight war sicherlich der Autogottesdienst am 10. Mai in Wankum mit Weihbischof Rolf Lohmann. 


Mich hat die Kreativität und Tatkraft in unserer Gemeinde tief beeindruckt und für mich war der Autogottesdienst—gerade aufgrund der Vielzahl von beteiligten Gruppen und Einzelpersonen—ein begeisterndes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn wir in unserer Gemeinde Kräfte bündeln und die vielfältig vorhandenen Talente und Möglichkeiten optimal zum Wohle aller nutzen.


Die Resonanz, die dieses Angebot gefunden hat, sprach dabei für sich, haben wir sonst doch äußerst selten bis nie rund 300 Gottesdienstbesucher aus allen drei Gemeindeteilen zu einer Zeit am Wochenende versammelt. Genau so ungewöhnlich ist es wohl, wenn man im Gottesdienst seine Zustimmung zum Gesagten durch mehr als ein „Amen“ kundtun darf, hier nämlich durch mehrfaches Hupen als Ersatz für zustimmenden Beifall, den übrigens auch der Bischof spontan für seine ermutigende Predigt erhielt.


Ich möchte stellvertretend für viele Gottesdienstbesucher denjenigen DANKE sagen, die diesen tollen Gottesdienst möglich gemacht und mitgestaltet haben:
Tim Ophey und Thomas Holtmanns für die Idee und „technische“ Durchführung 
Frank Ingendae, bei dem die Idee auf äußerst fruchtbaren Boden gefallen ist, und  Pastor Roy als Co-Zelebrant
den KLJB‘en Wankum und W‘donk für Einweiser– und Ordnungsdienst
Rebecca Gallié, Julia Waerdt, Anne Hoffacker und Ulli Amann für die Musik
Simone Basten als Lektorin
Yannik und Niklas Tomaschek als Messdienern
Clara Knuppertz, Katja Wetzels und Jan-Luca Tomaschek  für das Vortragen der von JLK‘lern geschriebenen Texte
Margret Herzog, Hildegard Heußen, Magdalena Lax, Christa Strumpen, Brigitte Kroppen, Heinz van Haeff und Willi Strumpen als Kommunionhelfern und teilweise zusätzlich als Kollektanten
Martina Tomaschek für den Küsterdienst
Annika Ophey für Blumenschmuck / Altarraumgestaltung
Bernd Trienekens „mit Mannschaft“ für den Altaraufbau
Wolfgang Herzog für die Fotos
Familie Weyer für die Bereitstellung der Wiese
den Landwirten, die extra in der Nacht die notwendige Grasernte der umliegenden Felder begonnen haben, um den Gottesdienst am Sonntag nicht zu stören
allen Gebern bei der Kollekte, die den Betrag von EUR 455,— für die Telefonseelsorge erbracht hat

Klaus Minten

03.02.2020 Pilgerreise nach Indien

Pilgerreise zwischen den Religionen


Pastor Roy hatte zu einer Reise in seine Heimat Indien aufgerufen und so kam es dazu, dass er gemeinsam mit uns 12 reiselustigen AnhängerInnen am 3. Februar 2020 für  zwei 
Wochen auf große Reise ging.                       
Nach einem langen Flug mit Zwischenstopp in Dubai kamen wir endlich am Morgen des 4. Februars in Delhi an und wurden von unserem sehr netten Reiseleiter „Mahi“ , einem Busfahrer und einem jungen Mann, der dem Busfahrer und uns während der Fahrten alle möglichen Dienste leistete, empfangen. Sofort ging es los mit unserer ersten Besichtigung.

 

Das Qutub Minar mit seiner 72,5 Meter hohen Siegessäule ist ein Weltkulturerbe und ein herausragendes Beispiel für die Afghanische Architektur des 12./13. Jahrhunderts. Schon dort konnten wir sofort feststellen, dass die indische Bevölkerung sehr freundlich und erfreut über westlichen Besuch ist. Junge Mädchen sprachen uns an und baten uns, Fotos mit ihnen zu machen, was wir natürlich gerne machten.

 

Im Laufe unserer gesamten Reise wurde dieser Wunsch immer wieder an uns gerichtet, sei es von jungen Männern, Familien oder auch älteren Frauen. Da auch Roy sehr gerne fotografiert, gab es immer wieder Situationen, in der auch ein Gruppenbild fällig war! Und so fühlten wir uns bald wie weltbekannte Stars!      

       
Nachdem wir dann mittags im Hotel eingecheckt hatten - die Hotels waren übrigens alle sehr gut -, ging es direkt weiter zum nächsten Programmpunkt, dem hinduistischen Akshardham Tempel, der erst im Jahr 2005 fertig gestellt wurde und der größte und schönste Tempel Indiens sein soll. In dieser wirklich beeindruckenden Umgebung sahen wir zum Abschluss dann noch eine Licht- und Tonshow, die unseren ersten Tag in Indien dann auch zu einem wirklich langen Tag machte, den wir mit einem späten Abendessen im Hotel beendeten.    

                                                    
Das Essen war übrigens in allen Hotels und auch bei unseren vielen Gastgebern, die uns privat bekochten immer sehr reichlich und extrem lecker!!! Und wenn es mal jemandem etwas zu scharf war, gab es immer Joghurt, der die Geschmacksnerven wieder beruhigte.  

  
In den nächsten anderthalb Tagen besuchten wir dann noch den Bahai-Tempel „The Lotus Temple“, die Jama Masjid-Moschee, das Raj Ghat (Mahatma Gandhi-Denkmal), den Sikh Tempel „Gurudwara Bangla Sahib“ und das Red Fort.

 

In kürzester Zeit hatten wir Gotteshäuser mehrerer Religionen besucht, wobei wir eigentlich immer die Schuhe ausziehen mussten, einmal auch alle eine Kopfbedeckung brauchten und in der Moschee die Frauen sogar mit spezieller Kleidung versehen wurden.

 

Auf den ganzen Fahrten zwischen unseren Stops konnten wir das indische Leben hautnah miterleben. Der Autoverkehr ist ein langsames, aber wildes Durcheinander, wobei der Linksverkehr das kleinste Übel ist. Wenn es drei Fahrspuren gab, wurden locker fünf daraus gemacht, man überholt von allen Seiten und dies wird nicht durch einen Blinker angezeigt, sondern es wird wild gehupt, damit der andere aufpasst. Und das klappt tatsächlich sehr gut. Ab und an kommt einem auch jemand als Geisterfahrer entgegen, wenn dieser zu einer Abbiegung möchte, die er von seiner Spur aus nicht erreichen kann und Fußgänger müssen sich den Weg durch das ganze Fahrzeugknäul irgendwie selbständig bahnen. Ampeln gibt es nur selten! Zwischen all dem laufen dann noch die Kühe, viele Hunde und vereinzelt auch Schweine ruhig umher, die sich alle aus dem Müll, der überall zu finden ist, ernähren. Dass dann noch zwischen all dem Unrat sehr viele Menschen in Hütten oder einfach nur unter irgendwelchen Planen, Stromverteilern oder sonstigen zufällig Dachgebenden Dingen lebten, war natürlich für uns sehr fremd.

 

Aber die wirklich armen Menschen dort schienen mit ihrer Situation zufrieden zu sein. Sie wirkten alle freundlich und sehr sauber, was wohl aus ihrer hinduistischen Religion heraus begründet ist. Mehrere tägliche Waschungen sind üblich und konnten wir auch auf den Straßen beobachten und durch die Kastenregelung finden die Menschen sich anscheinend mit ihrer Situation so ab wie sie ist.


Am 4. Tag besuchten wir nach einer 4,5 stündigen Busfahrt das Taj Mahal, welches von außen wirklich beeindruckend ist. Innen sehr dunkel und klein, was ja für ein Mausoleum eigentlich als passend erscheint, erschütterte uns doch ein wenig, dass dort keine andächtige Ruhe herrschte, obwohl es auf Schildern eigentlich eingefordert wurde. Aber selbst der Wächter schrie dort herum, so dass wir wieder einmal die krassen Unterschiede zu Europa feststellen konnten.


Nachdem wir dann in Agra in unserem Hotel kurz pausiert hatten, ging es zur Kalakriti Show, in der die Geschichte des Erbauers des Taj Mahals „Shah Jahan“ und seiner Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erzählt und besungen wurde.


Bevor es am 5. Tag weiter nach Jaipur ging, besuchten wir noch das Fort Agra und unterwegs machten wir Halt an dem größten/tiefsten Treppenbrunnen der Welt und einem hinduistischen kleineren sehr alten Tempel. Am

 

6. Tag haben wir uns die rosa Stadt Jaipur mit ihrem Palast der Winde angesehen, vor dem wir auch Schlangenbeschwörer bewundern konnten und haben dann das Fort Amber besucht, zu dem wir auf Elefanten hochgeritten und später mit Jeeps wieder runter gefahren sind. Weitere Programmpunkte waren der City Palast, das Observatorium „Jantar Mantar“, eine Teppichfabrik und ein Stadtrundgang.

 

Mit dem Bus über Nacht zurück nach Delhi, wo früh morgens unser Flug nach Cochin in Kerala ging, wurde dieser Tag wieder etwas anstrengender, aber auch das schafften wir alle gut. Der Süden erschien uns etwas moderner, vielleicht auch etwas aufgeräumter und die Natur war etwas interessanter, da hier viel Wasser fließt, welches wir auf unserer sehr entspannenden Hausboottour am nächsten Tag auch noch hautnah erleben durften. Bis dahin besuchten wir mit unserem neuen englischsprachigen Reiseleiter die älteste christliche Kirche Indiens, den Strand, einen kleinen Markt, eine Basilika, eine Synagoge und in der Nachbarschaft zu unserem Hotel führte uns Roy noch in eine Kirche, in der er mit uns eine kleine Andacht feierte.


Am 9. Tag mit dem Flugzeug in Chennai angekommen haben wir mit unserem neuen deutschsprachigen Reiseleiter die St. Thomas Basilika, sein Grab und den Mount St. Thomas  besucht, wobei zwischendurch auch Zeit für einen kurzen Strandbesuch mit Fischmarkt war. 


Der 10. Tag führte uns mal wieder zu einem Weltkulturerbe, dem Tempelbezirk „Mahabalipuram“, welcher zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert aus Granit geschlagen wurde.

An diesem Mittag ging es wieder per Flugzeug weiter, dieses Mal nach Vijayawada, von wo aus wir am nächsten Tag zuerst die Gemeinde besucht haben, in der Roy früher gearbeitet hat. Dort wurden wir herzlichst empfangen und reichlich bewirtet und konnten uns die Kirche und die Schulen ansehen. Danach machten wir noch in Guntur Halt, um uns den Bischofssitz anzusehen und kamen dann, nachdem wir uns auch noch eine sehr schöne Kirche angesehen und Roys Cousine und Cousin eingesammelt hatten, verspätet endlich in Thurakapalem, Roys Heimatdorf, an, wo wir wie Könige mit einem Feuerwerk empfangen wurden.

 

Es schienen alle 120 Familien auf uns zu warten, eine Kapelle spielte auf, wir bekamen eine kleine Erfrischung und wurden dann von Roys Familienmitgliedern in indische Gewänder gekleidet. Nachdem die Frauen in Saris und die Männer in Dothis plus passenden Hemden wunderbar anzusehen waren, sollten wir auf einen Hänger steigen, auf dem wir dann wie Könige mit dem Trecker durch das ganze Dorf zur Kirche gefahren wurden. Die Kapelle spielte, wir wurden die ganze Zeit mit gelben Blüten beworfen, es war ein unvergessliches Erlebnis! In der vollen Kirche saßen im hinteren Bereich die älteren Dorfmitglieder auf Plastikstühlen, davor dann auf dem Boden die Erwachsenen und ganz vorne die Kinder, links die Männer, rechts die Frauen! Wir durften hinter und neben dem Altar Platz nehmen, so dass wir weiterhin im Mittelpunkt standen. Roy und seine zwei Priesterkollegen feierten mit uns eine sehr schöne Messe, die mit rythmischer Musik begleitet und in der auch Roys Priesterjubiläum gefeiert wurde. 


Im Anschluss verteilten wir Roys Geschenke an alle Kinder und andere Bedürftige und wurden auch selbst nochmal mit wunderschönen Tüchern beschenkt. Für die ganze Dorfgemeinschaft endete der Abend auf dem Kirchplatz mit einem gemeinsamen Abendessen, welches Roys Familie vorbereitet hatte und für uns war der Tisch auf der Terrasse von Roys Elternhaus gedeckt. Wie in Indien üblich, wurden zuerst wir fürstlich bedient und die Familie hat erst gegessen, als wir wieder auf dem Weg ins Hotel waren, wo wir um ca. 23.45 Uhr glücklich und erschöpft in unsere Betten fielen.


Nachdem wir am nächsten Tag ausschlafen konnten, besuchten wir Gunadala Shrine, wo wir ca. 511 Stufen rauf liefen, um den Ort der Marienerscheinung zu besuchen. Wieder unten angekommen, fuhren wir zum Kanakadurga Tempel, in den wir aber leider nicht reinkamen, so dass wir uns direkt  zu Fuss über die Brücke „Prakasam Barrage“ machten, die uns zu einem schön gelegenen Lokal am Wasser führte. Von dort aus machte sich eine kleine Gruppe von uns auf den Weg, um eine Lückenfüllende Attraktion zu finden und keine 500 m weiter fanden wir einen klitzekleinen sehr schönen Tempel, der sogar extra für uns geöffnet wurde. Zurück am Lokal standen schon mehrere  TucTucs bereit, die uns zurück zum Hotel brachten. Endlich hatten wir auch das mal gemacht! Nach einem Besuch im benachbarten Shoppingcenter wurden wir vom Hotelpersonal auf das Hoteldach gebeten, wo ein fürstliches Valentinstagbuffet aufgebaut war und wir unter freiem Himmel speisen durften. Wäre das Gehupe nicht gewesen, hätte es romantisch sein können.


Am 13. Tag führte uns unsere letzte lange Busfahrt zu einer im Bau befindlichen Pilgerkirche in Nalgonda. Den Bau dieser pompösen Kirche beaufsichtigt momentan ein Priesterkollege von Roy, der uns zu einem leckeren Mittagessen einlud und den wir unsererseits auch schon nach Wachtendonk eingeladen haben, da er bald wieder im Bistum Münster tätig sein wird. Gestärkt raste unser Busfahrer anschließend nach Hyderabad, wo wir noch die Festung Golconda besuchten.


An unserem letzten Tag in Indien hatten wir noch mal volles Programm. Nachdem wir das Char Minar mit seinen vier Minaretten in der Altstadt besucht hatten und von weitem die Moschee Mekka Masjid gesehen hatten,  sind wir zum Salarjung Museum gefahren, durch die uns unser Reiseleiter durch die wichtigsten Sammlungen geführt hat. Nach einer Busfahrt durch HighTech City oder auch Ciber City genannt, wo wir die vielen modernen Bürogebäude sehen konnten, besuchten wir noch den Hindu-Tempel Birla Mandir, von dem man aus wieder einmal einen herrlichen Blick über die Stadt hatte. Nachdem wir uns im Hotel dann etwas ausgeruht und für die Heimreise gepackt hatten, führte uns Roy noch über die Brücke Tankbund, die fussläufig vom Hotel aus zu erreichen war und an einem See entlang führt, in dessen Mitte eine Buddha Statue steht.


Nach einem letzten leckeren Abendessen und einem allerletzten süffigen Old Monk, der uns auf „ärztlichen Rat“ hin fast jeden Abend begleitet hat, gingen wir wehmütig ins Bett, um am nächsten Morgen früh zu unserem Heimflug aufzubrechen, den wir auch wieder mit Zwischenstopp in Dubai gut überstanden haben.


Wir alle sind Roy sehr dankbar, der uns seine Heimat mit nicht all ihren, aber vielen Facetten nahe gebracht hat und wir sind froh, diese Reise gewagt zu haben, auch wenn uns viele vorher für verrückt oder zumindest mutig erklärt hatten! 


Claudia Burg für die ganze Pilgergruppe