Gemeindeversammlung?

Ja, Gemeindeversammlung.  Ein Jahr nach unserer  fulminanten Versammlung im Pfarrheim in Wachtendonk – ein halbes Jahr nach dem plötzlichen Weggang von Pfr. Winschuh.

 Mit Bedacht war es dem Pfarreirat wichtig, kein konkretes Thema anzusprechen so  wie im letzten Jahr den Pastoralplan.  Und wie es wohl in Zukunft für Gemeindeversammlungen angedacht ist.

An diesem Abend in Herongen, Freitag den 08. Juni,  um 18.30 Uhr wollte der Pfarreirat und die Seelsorger einfach mal hören, was die Gemeinde denkt und wohin sie will.

So manches Konkrete ist dabei herausgekommen, wenn auch nur 0,5 % der Gemeinde anwesend war, so stelle es irgendwie einen guten  Schnitt – Quer durch Alters- und Ortsteil  der Anwesenden dar.

Manches, was gesagt wurde, war sehr emotional – manches fordernd. Einiges persönlich und anderes zukunftsweisend. Positives und negatives kam aus Tapet, besser gesagt auf die von Helmut Heussen gebaute Litfaßsäule.  Ein reichlich gefülltes Mitbringbuffett gab dem Abend einen gemütlichen Charakter. Alle können sich eben einbringen!

Schließlich zog die Säule,  wie die Wolkensäule in der Wüste den Israeliten, hier den Menschen aus St. Marien voran in die alte Kirche in Herongen.  Alles, was uns bewegte kam nun auf den Altar.

Schließlich sind wir als Kirchengemeinde dem zugeordnet, der uns vorangeht – begleitet  und stützt. Jesus Christus selbst.  Wozu dient so eine Gemeindeversammlung schließlich? Ich glaube um zu verstehen, dass Kirche nicht anders werden muss – sondern anders geworden ist!  Und nur diejenigen werden mitgehen können, die sich von ihm versammeln lassen.  Er ist der Hirte – das Bild vom einen Pastor der alles macht und für alle da ist – Schnee von gestern.

Dieser Anspruch ist zu hoch, so wie unser Anspruch für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter und alle Laien oft viel zu hoch ist. Wir müssen uns auf den Weg machen als Gemeinde – immer wieder Orte suchen wo wir uns versammeln – zum Beten, zum Feiern, zum Streiten und zur gegenseitigen Stärkung. Viele werden uns verlassen – auch das ist klar – denn nicht jede und jeder versteht, wofür er  Gott braucht.  Und nicht jeder und jede hat „offene Ohren und offene Augen.“ „Seht euer Tun in der Kirche nicht statisch, sondern prozessorientiert“ sagt Papst Franziskus.  Vieles werden wir noch loslassen müssen, für manches werden wir kämpfen müssen. Einiges wird noch auf die Litfaßsäule zu schreiben sein.   Als Christen bleiben wir lernende, innerlich und äußerlich sich immer wieder sammelnde Gemeinde. Bis zur nächsten Gemeindeversammlung, schauen Sie / schaut Ihr welche Wege wollen Sie/ wollt ihr mitgehen?  Seien wir ein wenig tauber für die Unkenrufe über die Zukunft und hellhöriger für das, was Gottes Geist uns heute zu sagen hat. Für die Kirchengemeinde und für uns selbst. Damit die Angst und die Resignation keine Chance hat.  Damit das Leben und die Freude uns durch trägt in allem, was uns begegnet.

In den letzten Monaten sind mir viele  Menschen in Wachtendonk, Wankum und Herongen begegnet, die als Kirche vor Ort den Weg weiter gehen wollen. Das ist es, was auch mir Mut macht.

Frank Ingendae, Pastoralreferent