Die Gottesmutter Maria im Monat September

Liebe Schwestern und Brüder,

das Kirchenjahr kennt eine große Zahl von Marienfesten und marianischen Gedenktagen. Mehr als alle anderen Heiligen verehren wir Maria, die Mutter Christi.
Maria wurde schon zu Lebzeiten geehrt, so bei der Verkündigung der Geburt Christi vom hl. Erzengel Gabriel. Er begrüßte sie und nannte sie die "Gnadenvolle" und die "Gebenedeite unter den Frauen." (Lk 1,26).

Maria, die junge Frau aus Nazareth, hat mit ihrem: "Ja, ich bin die Magd des Herrn" die Weltgeschichte verändert. Ohne diese mutige Frau gäbe es kein Christentum. Und so ist sie Vorbild und Fürsprecherin. Die Verehrung Mariens ist aber keine Anbetung. Maria wird von uns sehr geehrt und der dreifaltige Gott wird nur allein angebetet. 

Die heilige Gottesmutter Maria ist die Patronin unserer Pfarrgemeinde. Die Verehrung der heiligen Gottesmutter Maria nimmt in unserem Gemeindeleben einen besonderen Raum ein. Ausdruck dessen ist z. B. die alljährliche traditionelle Marienwahlfahrt nach Kevelaer.  

Besonders vertrauen wir Christen der Gottesmutter Maria. In jedem „Gegrüßet seist du Maria“- Gebet beten wir: „Heilige Maria, Muttergottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen“

Drei Marienfeste feiern wir innerhalb acht Tage in diesem Monat: Mariä Geburt (8.Sept), Mariä Namen (12.Sept) und Gedächtnis der Schmerzen Mariens (15.Sept)

An diesen Festen schauen wir auf das Leben Mariens, auf das Leben einer Frau, die alle Aspekte menschlicher Existenz am eigenen Leib erfahren hat. Sie ist tatsächlich eine von uns – vom Beginn ihres Lebens an. Deshalb feiern wir das Fest ihrer Geburt. Es macht deutlich, dass sie ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, selbst herangewachsen im Leib einer Mutter, wird ihr Körper Mutterleib für Gott selbst sein.

Die Bibel ist voll von Berufungsgeschichten. Jeder, der ansprechbar ist für das Wirken Gottes in dieser Welt, ist ein Gerufener, eine Gerufene. Weil jeder Mensch einzigartig und unverwechselbar ist, macht ihm sein Name ansprechbar. Bei vielen Menschen war/ ist der Brauch, den Gedenktag des eigenen Namenspatrons zu feiern (in meiner Karmeliter-Ordensgemeinschaft feiern wir auch gern Namenstag). 

Einen Tag nach dem Fest der Kreuzerhöhung feiert die Kirche den Gedenktag der sieben Schmerzen der Muttergottes. Sie gedenkt den Tag in einer ganz besonderen Weise des Leidens und Mitopferns der Muttergottes mit ihrem Sohn Jesus Christus. Wenn Gott etwas von uns erwartet, dann gibt er uns auch die Kraft, es zu tun. Daran werden wir an diesem Marienfest erinnert. Gott bewahrt uns nicht vor Leid und Schmerz und den Strudeln des Lebens, aber er bewahrt uns in den Strudeln, damit wir nicht untergehen. So hat er es Maria zugesagt, so hat er es schon durch den Propheten im Alten Testament seinem Volk versprochen: „Fürchte dich nicht, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jes 43,1) Und so verspricht er es jedem von uns. Wir dürfen uns mit Maria freuen. Denn auch wir sind als Getaufte von Gott als seine Kinder angenommen.

 

Ihr

Pater Joseph Pazhoor