Unterstützung unserer jugendlichen Mitmenschen in der Sekundarschule

St. Marien. Im Sommer 2015 hat die Gruppe „Mitmenschen“ eine Unterstützung der Sekundarschüler, denen die deutsche Sprache noch fremd war, initiiert. Damals haben wir mit einigen EhrenamtlerInnen begonnen, täglich eine Doppelstunde Deutschunterricht auf die Beine zu stellen.

Die Jugendlichen lernten unterschiedlich schnell, es kamen immer wieder neue Schüler hinzu und im Winter 2017/2018 beherrschten eigentlich alle ganz gut die deutsche Sprache.

Gemeinsam mit den Lehrern der Sekundarschule haben wir dann überlegt, dass es sinnvoller sei, die Schüler nicht mehr in Deutsch zu unterrichten, da sie zu dieser Zeit dann auch immer im normalen Unterricht fehlten, sondern einzelne Schüler im normalen Unterricht zu begleiten und Hilfestellung im Mathe- und Englischunterricht zu geben, da auch dort bei den meisten Defizite bestehen.

Das haben wir dann in der 2. Hälfte des Schuljahres 2017/2018 gemacht und haben von den Lehrern die Rückmeldung bekommen, dass es sehr hilfreich ist.

Zu Beginn des neuen Schuljahres 2018/2019 möchten wir diese Arbeit fortsetzen.

Da aber zusätzlich auch wieder Schüler ohne Deutschkenntnisse an der Schule sind, werden wir auch in diesem Bereich wieder tätig. Aufgrund dessen und auch, weil uns im Laufe der Jahre EhrenamtlerInnen verloren gegangen sind, könnten wir sehr gut Unterstützung gebrauchen!

Wer es sich also vorstellen könnte, einmal pro Woche oder auch öfter einfach nur mit in den Mathe- oder Englischunterricht zu gehen und einzelnen Schülern etwas Hilfestellung zu geben, ist herzlich Willkommen. Die Schule und auch die Jugendlichen freuen sich über jede Hilfe, die sie bekommen können. Da es kein Problem ist, wenn man einzelne Termine wegen Urlaub oder Krankheit nicht wahrnehmen kann, ist der Arbeitseinsatz überschaubar und die Arbeit mit den Schülern macht sehr viel Spaß!

Bei Interesse melden Sie sich bitte per E-Mail bei unserer Gruppe „Mitmenschen“  unter claudiaburg@gmx.net.

Was wir schaffen konnten - MIT♥Menschen im Ehrenamt

Seit nunmehr fast 5 Jahren engagieren sich bei den „MITMenschen“, dem ökumenischen Arbeitskreis Asyl Wachtendonk-Wankum, bis zu 30 Ehrenamtliche in der Begleitung von Asylsuchenden, die unserer Gemeinde zugewiesen wurden. Sie unterstützen damit nicht nur die Flüchtlinge persönlich sondern auch die politische und soziale Gemeinde in Wachtendonk und Wankum in deren Bemühungen um eine gelingende Integration. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Asylsuchenden deutlich verringert. Zwischen 75 und 85 lebten 2017 in unserer Gemeinde. (Vorjahr  109/12.2016). Freiwillige Rückkehr ins Heimatland, Umzug innerhalb Deutschlands und ein deutlich rückläufiger Nachzug neuer Flüchtlinge trugen maßgeblich dazu bei. Auch die aktiven Ehrenamtlichen sind weniger geworden. Mit Rückkehr oder Umzug auslaufende „Patenschaften“ waren manchmal auch das Ende der Mitwirkung überhaupt.

 

Zentraler Ort der Kommunikation war auch in diesem Jahr das Treffen der MITMenschen-Gruppe an jedem ersten Dienstag im Monat im katholischen Pfarrheim Wachtendonk. Ein Koordinationsteam (Dina da Costa-Ramacher, Ulrike Rath, Herbert Druyen und Hartfried Toennessen) bereitet die Tagesordnung vor, sorgt für die Protokollierung, die Einladung von Gästen und bemüht sich um eine gezielte Info-Weitergabe außerhalb der Treffen per E-Mail an alle Ehrenamtlichen. Die Mitglieder des Koordinationsteams vertreten den Arbeitskreis nach außen gegenüber der Gemeinde (Runder Tisch) und bei Treffen mit Wohlfahrtsverbänden in der Region. Der „Runde Tisch“ unter Leitung des Bürgermeisters fand 2017 einmal im Frühjahr, einmal im Herbst statt. Ebenfalls kümmert sich der Koordinationskreis um die Beantragung von Fördermitteln und die Einwerbung von Spenden.

 

Die ehrenamtlich geführte Homepage  www.mitmenschen-wachtendonk.de  ist die Plattform unserer Darstellung in die interessierte Öffentlichkeit hinein.

Noch im vergangenen Jahr waren die Deutschkurse in der Jonakirche ein Hauptelement des Engagements. Mit dem Beginn eines offiziell anerkannten täglich stattfindenden Sprachkurs ab November 2016 in Wachtendonk (in Zusammenarbeit mit dem Internationaler Bund) und der ein oder anderen erfreulichen Arbeitsaufnahme nahm jedoch die sonst große Beteiligung an den Deutschkursen in der Jona Kirche so sehr ab, dass die Arbeit vorübergehend eingestellt wurde. Mit der Zuweisung neuer Flüchtlinge im Herbst 2017, wurde die Arbeit wieder aufgenommen, mindestens so lange (auch für wenige Teilnehmende) kein Platz in einem Integrationskurs zur Verfügung steht.

 

Mehrere Ehrenamtliche erteilen zudem wöchentlich je zwei Deutschstunden für Flüchtlingskinder an der Sekundarschule. Zusätzlich gibt es dort seit November 2017 - in Absprache mit der Schulleitung - wöchentlich eine ehrenamtlich geleitete Hausaufgabenbetreuung für die Kinder. Teilnehmende am Sprachkurs und Kinder erhalten darüber hinaus häufig zusätzlich persönliche, unterstützende Übungsstunden zur Nacharbeit der Kurs- und Lerninhalte durch individuelle „Paten“.

 

Zugehende Beratung und Sprechstunden waren - wie die Sprachkurse - ein Grundangebot von Beginn der Arbeit an. Mit dem Einstieg der AWO in die Arbeit mit einem eigenen Beratungsangebot, finden seit Sommer 2017 nur noch 14-tägig Sprechstunden in den Einrichtungen statt, bzw. die Menschen erhalten ihre Beratung im Rahmen der patenschaftlichen Einzelbetreuung.

 

Besonders Familien werden weiterhin durch feste ehrenamtliche „Patinnen“ und „Paten“ begleitet. Aber auch zu einzelne Personen haben sich z.B. über Nachhilfe in Deutsch weitreichendere Beziehungen zur Beratung und Problemhilfen entwickelt. Wer sich von den Ehrenamtlichen hierzu bereit erklärt, wird zum umfassenden Integrationshelfer in jeder Hinsicht: Schriftverkehr und Gespräche mit dem Jugendamt, Beantragung von gesetzlicher Betreuung, Begleitung zu Gerichtsverhandlungen und Arztterminen, Begleitung zu Anhörungsterminen, Kontaktperson zu den Schulen, Kindergärten, Krankenkassen, Banken, Praktikumsstellen und Arbeitgebern.

 

Zwei große Anliegen waren sehr häufig Gegenstand in der individuellen Begleitung: die Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz und die Suche nach individuellem Wohnraum außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft. Beides war in Einzelfällen erfolgreich aber schwierig. So gelang es nach sehr intensiven persönlichen Bemühungen eine Wohnung für eine 7-köpfige Familie zu finden. Jedoch gibt der Markt auch in unserer Gemeinde gerade im Segment kleiner, bezahlbarer, also ins Gerüst des Sozialgesetzbuchs passender Wohnungen, kaum etwas her. Die Marktenge fördert auch die Konkurrenz zwischen deutschen und ausländischen Beziehern von Sozialleistungen. Für wen wird sich ein Vermieter dann wohl entscheiden? Wir haben in unseren Telefonaten viel Verächtliches über Migranten zu hören bekommen. Viele der hier lebenden Flüchtlinge haben die behördliche Auflage der Wohnsitzbindung. Das grenzt den Radius der Arbeitsmöglichkeiten und der Wohnungssuche deutlich ein. In der Regel ist kein Führerschein vorhanden. Fahrrad und ÖPNV sind die gegebenen Möglichkeiten, einen Arbeitsort zu erreichen. Einige, doch zu wenige Asylsuchende konnten jedoch auch in diesem Jahr mit großer Unterstützung Arbeit finden, ein Studium beginnen oder fortsetzen.  Nach wie vor ist das Verständnis für die deutsche Sprache in Wort und Schrift das enge Tor zu einer zukunftsfähigen beruflichen Integration.

 

Gegen Ende 2017 haben wir einen Mitarbeiter des „Integration Point“ der Agentur für Arbeit Kleve nach Wachtendonk eingeladen. Der „Integration Point“ ist zuständig für die integrationsorientierte Beratung der noch nicht anerkannten Flüchtlinge. Für diejenigen, die bereits einen B1 Abschluss haben, bestehen nun gute Chancen in eine Maßnahme der Agentur  aufgenommen zu werden, in das Berufsleben einzusteigen oder gar eine Ausbildung zu beginnen. Wir werden in unseren Bemühungen, beschäftigungs- oder gar ausbildungswillige Firmen zu finden, unverändert engagiert bleiben.

 

Das Asylcafé, dienstags von 17-20 Uhr,  im Restaurant „Flachshaus“ 2016 eingerichtet (mittlerweile in der Villa Gomfers), ist ein Fixpunkt des Miteinanders geblieben. Zwei  bis drei Ehrenamtliche sorgen für Kaffee, Tee, Plätzchen, Kuchen, Beratung, Hilfe bei Hausaufgaben, Ausfüllhilfe bei Formularen und für eine Menge an Gesellschaftsspielen, Unterhaltung und Lachen. Das Café‘ steht jedem offen und kann auch für zaghafte „Eingeborene“ ein erster Ort der unverbindlichen Begegnung mit den und dem „Fremden“ sein. Herzlich willkommen!

 

Durch eine großzügige Zuwendung des Bistums Münster war es möglich, bei herrlichstem Wetter ein Sommerfest auf dem schönen Gelände des Dümpenhofs zu feiern. Mit Asylsuchenden, Ehrenamtlichen und Gästen aus der Gemeindeverwaltung konnten sich nahezu 100 Personen aneinander und an den wunderbaren Speisen und Getränken erfreuen. Zum Ort des Festes wurden die Kinder mit dem Planwagen gefahren und für die Erwachsenen gab es eine schöne Radtour auf Umwegen zum Ziel.

Zum Advent gab es eine Feier im  „Café MITMenschen“ mit Bastelaktionen für Mütter und Kinder. Auch in diesem Sommer haben wir 6 Einzel- und 5 Familienkarten  für unser Naturbad in Wachtendonk aus Mitteln des Arbeitskreises bezuschusst.

Da auch im Jahr 2018 wieder Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz, also mit Aufenthaltserlaubnis, nach Wachtendonk kommen werden (so die Information aus der Gemeindeverwaltung) suchen wir weitere MITMenschen, die sich bei uns engagieren und einen Teil der anfallenden Arbeit mit erledigen wollen.

Danken wollen wir den vielen Menschen, die unserer Arbeit mit Wertschätzung begegnet sind. Das ist uns Ansporn und Ermutigung. Dankbar sind wir auch allen Menschen, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützt oder gar Asylsuchenden eine Beschäftigungsmöglichkeit oder eine Wohnung angeboten haben.

Gruppe MIT♥Menschen

(Initiative des ökum. AK für soziale Fragen)