Gemeindeleben

Allerheiligen-Talk „YOLO vs. YOLTBSYLF*“ mit Firmbewerbern

An Allerheiligen haben wir mit den beiden Firmbewerbern unseres Firmkurses und zwei weiteren Jugendlichen ein neues Format ausprobiert. Wir haben gemeinsam die Andacht in der St. Michael-Kirche mit dem Gedenken an die Verstorbenen des vergangenen Jahres besucht und sind danach in der Prozession zur Gräbersegnung zum Friedhof gezogen.

Anschließend haben wir uns mit Pastor Stücker im Pfarrhaus zu einem Allerheiligen-Talk bei Pizza und Bier getroffen. In der kleinen und intensiven Runde von gerade einmal sechs Personen haben wir zunächst unsere Eindrücke und Gedanken zum gerade Erlebten ausgetauscht und danach von eigenen Erfahrungen und Berührungspunkten mit dem Tod berichtet.

Es war toll zu sehen, wie die Jugendlichen sich bei diesem sicher nicht einfachen Thema geöffnet und ihre Gedanken geäußert haben.

 

Natürlich fanden sich die jungen Menschen in ihrer heutigen Lebenssituation durchaus beim YOLO, You only live once, wieder. Es ist ein Ausdruck, der oft verwendet wird, um zu sagen: „Nutze deine Chancen, Trau dich, etwas Neues zu machen, Genieße das Leben, weil es nur einmal passiert.“ Manchmal schießt diese Haltung aber über das Ziel hinaus, wenn es nur noch ums Feiern „als gäbe es kein Morgen“ geht. Hier haben wir uns darüber unterhalten, dass mit zunehmendem Alter oft auch die Notwendigkeit zunimmt, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Wenn eine dauerhafte Partnerschaft Bestand haben soll und vielleicht sogar Kinder daraus hervorgehen, kann es nicht mehr nur um Spaß und Genuss und das Hier und Jetzt gehen.

 

Dennoch ist der Tod „ein freundlicher Mahner“ für uns und regt uns an – wenn wir ihn denn nicht fortwährend aus unserem Leben verdrängen – darüber nachzudenken, wie wir unsere Lebenszeit verbringen, worüber wir uns aufregen, wofür wir uns engagieren und was wir im Leben für wichtig halten.

Diese Gedanken fanden sich auch in einem Videoimpuls von katholisch.de wieder, in dem der Gelderner Pastor Christian Olding darüber sprach, wie wir mit dem Tod umgehen.

 

Ein weiterer für mich sehr wertvoller Gedanke hieraus war, dass ein Leben ohne Tod am Ende gar nicht wünschenswert wäre, denn selbst das schönste Leben mit all den Genüssen und Zufriedenheiten und Vorzügen würde irgendwann langweilig und beliebig werden, weil die Momente ihre Einmaligkeit und Einzigartigkeit verlieren würden. Alles wäre beliebig wiederholbar in Endlosschleife.

 

Alles in allem war der Abend für mich eine sehr bereichernde Erfahrung mit Gesprächen, die von großer Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit geprägt waren. Wir waren uns einig darüber, dass wir alle solche Gespräche an einem „normalen“ Samstagabend sicher nicht geführt hätten. So konnten wir mit unserem Firmkursangebot die Möglichkeit bieten, den eigenen Horizont zu weiten und Raum geben für Neues.

Unser Dank gilt Pastor Stücker, der sich wieder einmal sehr offen für unsere Idee gezeigt und sich um unsere Bewirtung gekümmert hat.

 

Für den JLK

Klaus Minten