im Vertrauen auf den Weg Jesu und mit dem Evangelium von Gottes Mensch gewordener Liebe im Herzen. Mit viel Hingabe und sanfter Kraft hat Pfarrer Winschuh in den zwei vergangenen Jahren in Wachtendonk, Wankum und Herongen gewirkt. Seine Art zu sein und zu arbeiten ist nichts für Feiglinge. Sie setzt sich Widerständen aus, sie versucht nicht, „alles im Griff“ zu haben, sie versteckt sich nicht hinter Vorschriften und Verordnungen, sie sieht, was ist und nimmt wahr und sucht dann nach der Liebe und nach dem nächsten Schritt, der möglich ist.

Im ökumenischen Kontakt haben wir sehr schöne Dinge miteinander vorbereiten und veranstalten dürfen. Dabei haben wir erlebt: Er ist ein Mensch mit sehr, sehr viel Kreativität und schöpferischer Kraft. Mit ihm zusammen zu arbeiten war Überraschung und Abenteuer. Manchmal saßen wir stumm nebeneinander und kamen keinen Schritt weiter. Und dann wieder floss es wie von selbst. Seine Ideen und Vorschläge haben uns inspiriert und begeistert und uns mit Freude auf den Weg gebracht. Er gab oft Impulse, die uns die Augen öffneten, uns zum Nachdenken und zum Lachen brachten, die uns staunen ließen und das Herz weiteten. Egal, wie groß oder klein die Veranstaltung war, ob sie ernst oder unterhaltsam sein sollte, sein Beitrag war besonders und trug die große Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen in sich.

Es gibt ein paar Bilder  - Highlights, die wir vor Augen und im Ohr haben: Das Pflanzen des Ökumenebaumes an der St.Michaelskirche. Er sinnierend in der Johanneskirche auf der Bank liegend, bei der Nacht der offenen Kirchen. St. Martin in Licht und Musik getaucht. Das Lied: „Hörst du die Stimme“ im Schulentlassgottesdienst der 10. Klasse Hauptschule. Er mit Pfarrer Ludwig Verst im Predigt-Dialog zum Reformationsjubiläum und Christusfest in der Dietrich-Bonhoeffer Kirche.

Wir sind traurig, dass er geht. Und erst recht sind wir für unsere katholischen Geschwister in St. Marien traurig. Mit ihnen hoffen wir, dass der Bischof, der ihn hier wegholt, nicht nur Hamm / Bockum-Hövel in seinem Herzen trägt, sondern auch St. Marien Wachtendonk – Wankum – Herongen!

Es waren zwei Jahre gute Zusammenarbeit. Sie haben unser Bewusstsein dafür geschärft, dass wir als Kirche (nur) aus dem Evangelium lebendig werden. Sie haben auch unser Bewusstsein dafür geschärft, wie groß für katholische Priester der Spagat ist, das mit all den Aufgaben in Einklang zu bringen, die die äußere Gestalt der Kirche vorgibt.

Die Entscheidung des Bischofs ist eine Herausforderung für Pfarrer Robert Winschuh, um die wir ihn nicht beneiden. Sie ist auch eine Herausforderung für uns hier und für die Menschen in St. Marien. Sie wird gelingen, wenn wir – wie Pfarrer Winschuh - die Menschen und Situationen sehen, wie sie sind und wahrnehmen und dann nach der Liebe suchen und nach dem nächsten Schritt, der möglich ist.
Es gibt viele Wege, die zu Gott führen, es gibt viele Menschen, die etwas von ihm erzählen. Wir alle haben Grenzen und sind endlich in unserer Zeit und in unserer Kraft. Das Evangelium ist trotzdem da. Wir wünschen Pfarrer Robert Winschuh, seiner alten und seiner neuen Pfarrgemeinde und unserer Zusammenarbeit vor Ort
GOTTES SEGEN
Pfarrerin Ulrike Stürmlinger und Pfarrer Christian Werner