Alte Kirche in Herongen profaniert

 

 Am 3. Februar 2024 hat Weihbischof Rolf Lohmann die Alte Kirche St. Amandus in Herongen profaniert. Gekommen waren zu diesem letzten Gottesdienst zahlreiche Gemeindemitglieder, Vertreter der Bruderschaft und der Vereine und des neuen Fördervereins, der sich den Erhalt der Alten Kirche zur Aufgabe gemacht hat.

In seiner nachdenklich machenden Ansprache betonte der Weihbischof, dass die wichtigste Aufgabe darin bestehe, die Frohe Botschaft weiterzugeben und zu bezeugen. Dafür seien die Kirche besondere Orte, aber noch wichtiger seien die Menschen, die das tun. Er dankte allen, die sich in der Vergangenheit um die Wiederherstellung des alten Kirchengebäudes gemüht hatten und die auch in Zukunft diesen Ort als Stätte der Begegnung und der Identität des Ortes erhalten wollen. Glücklicherweise gebe es ja die große neue Kirche, die auch ein Zeichen dafür sei, dass der Glaube gelebt und gefeiert wird.

Nach der Eucharistiefeier fand die eigentliche Profanierung der Kirche statt. Dabei wird die Kirche aus der Nutzung als Gottesdienstraum herausgenommen. In Herongen handelt es sich um ein Baudenkmal, das allenfalls sehr behutsam verändert werden darf. Ein Abriss oder eine Stilllegung ist nicht vorgesehen, wohl aber eine Nutzung, die die Menschen im Ort und darüber hinaus zu kulturellen Veranstaltungen verschiedener Art einlädt.

Bei der Profanierung wurde zunächst die Profanierungsurkunde verlesen, die vom Bischof von Münster, Felix Genn, unterzeichnet ist. Dann wurde der Reliquienstein aus dem Altar entnommen. In einer längerer Litanei wurde der Dank für die Menschen ausgedrückt, die in dieser Kirche zum Lobe Gottes gebetet und gesungen und die Sakramente empfangen haben. Schließlich wurde aus dem Tabernakel der Kelch mit dem Allerheiligsten entnommen. Mit dem Allerheiligsten, der heiligen Eucharistie, hielt die Gemeinde die Prozession zur neuen Kirche, wo der Abschluss gebetet wurde und der Weihbischof den Segen spendete.

Im Anschluss an diese bewegende Feier ließen sich viele Gemeindemitglieder ins benachbarte Pfarrheim einladen. Dort wurde ausgiebig die Gelegenheit genutzt, mit dem Weihbischof ins Gespräch zu kommen und sich bei Getränken und einer kräftigenden Suppe zu stärken.